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Die nachfolgenden, meiner Meinung nach sehr lesenswerten Rezensionen wurden von meinem Göttergatten Mario M. Knopf verfasst. Viel Spass beim Lesen!

Bei den Bewertungen gilt:

6 = super
5 = schön
4 = nett
3 = geht so
2 = bescheiden
1 = daneben

Abenteuer Menschheit
Das Spielmaterial ist durchaus hochwertig und robust. Die Regel wurde klar und übersichtlich verfasst, so daß keinerlei offenen Fragen bleiben dürften. Also ein netter Catan-Abkömmling der sich gut spielen läßt und zudem noch lehrreich ist.
A Few Acres of Snow
A Few Acres of Snow ist eine grandiose Konfliktsimulation des Siebenjährigen Kriegs in Nordamerika für zwei Spieler, die sich des Deckbau-Mechanismus von Dominion bedient. Durch eben jenes Element des Deckbaus möchte der Autor Martin Wallace die damalige Nachschub- und Versorgungsproblematik aufzeigen, was ihm meiner Meinung nach auch gut gelungen ist. Zugleich bringt dieser Mechanismus jedoch auch einen gewissen Glücks- bzw. Zufallsfaktor ins Spiel, welcher aber nicht störend, sondern im Gegenteil eher thematisch unterstützend wirkt.

Alles in allem kann man dieses Spiel jedem strategiebegeisterten und geschichtsinteressierten Spieler uneingeschränkt empfehlen.

Alea - Schatzkiste
Eine solche Sammlung an Erweiterungen ist natürlich schwer zu bewerten, vor allem hinsichtlich der Verteilung der Spielinhalte und der Komplexität, da es in der Natur der Sache liegt, daß die dazugehörigen Spiele vollkommen unterschiedlich sind. Im Großen und Ganzen bereue ich den Kauf der alea-Schatzkiste keineswegs, da dadurch einige ohnehin schon sehr gute Spiele entweder sogar noch besser gemacht wurden oder durch die Erweiterungen zu neuen Ehren auf dem Spieltisch kamen. Überhaupt ist es ja nicht schlecht, wenn man die Wahl zwischen den herkömmlichen und den erweiterten Regeln hat und dann je nach Lust und Laune entscheiden kann.

Ansonsten ist das Spielmaterial und die -regel - alea-typisch - auf hohem Niveau, das Preis-/Leistungsverhältnis dabei top.

Man muss die Schatzkiste sicher nicht unbedingt erwerben, aber diejenigen, die alle oder zumindest die meisten der Grundspiele haben, sollten eine Anschaffung zumindest in Erwägung ziehen.

Bruxelles 1893
Bruxelles 1893 ist ein anspruchsvolles Vielspielerspiel ganz nach meinem Geschmack. Den Spielern stehen in jedem Zug zahlreiche Optionen zur Verfügung, die optimal genutzt werden wollen. So weit, so bekannt aus anderen Arbeitereinsetzspielen.

Interessant ist hierbei nun die Aufteilung auf zwei Spielbretter, nämlich dem Einsetzen auf den Jugendstil- oder den Brüsselplan. Platziere ich einen Gehilfen auf ersterem, führe ich die gewünschte Aktion aus, biete in einer späteren Auktionsphase um die Bonuskarte in dieser Spalte mit und konkurriere am Rundenende zusätzlich um den Mehrheitsbesitz des entsprechenden Stadtwappens. Lasse ich hingegen einen meiner Assistenten einen Dienstgang auf dem Brüsselplan erledigen, muss ich weniger beachten um die zugehörige Aktion nutzen zu können, laufe jedoch (kontrollierbare) Gefahr, dass jener sich im Justizpalast für sein Tun verantworten muss und mir deswegen in der nächsten Runde nicht zur Verfügung steht. Aber auch hier lässt sich gegensteuern. Dieser Absatz bezieht sich übrigens nur auf das Einsetzen der Gehilfen. Die daraufhin möglichen Aktionen habe ich noch nicht einmal am Rande gestreift. Es ist also einiges zu bedenken und gegeneinander abzuwägen.

Die dem Spiel zugrundeliegenden Mechanismen helfen einem aber dabei, da sie wunderbar miteinander verwoben wurden und sehr schlüssig und intuitiv ineinandergreifen. Es gibt also zahlreiche interessante Stellschrauben, an denen sich drehen lässt.

Kurz zu den Regeln und der grafischen Aufmachung: Das Regelwerk finde ich aufgrund seiner übersichtlichen Struktur gut zu lesen. Es ist zwar dadurch etwas umfangreicher ausgefallen, dafür wird aber auch alles bis ins Detail geklärt - wo immer nötig, mit ausführlichen Beispielen. Bei der grafischen Gestaltung scheiden sich allerdings die Geister. Nach anfänglichem Zögern spricht mich persönlich das Dekor jedoch an. Zwischenzeitlich finde ich es sogar überaus gelungen und dem Thema angemessen. Abgesehen davon ist es eine willkommene Abwechslung zur vorherrschenden Einmütigkeit vergleichbarer Spiele.

Für mich ist Bruxelles 1893 somit ein ganz heißer Anwärter auf einen Platz auf dem Siegertreppchen des DSP 2014. In jedem Fall ist es jedoch mindestens eine Probepartie wert.

Carcassonne
Big Box
Ich beziehe mich bei der Bewertung tatsächlich auf die Big Box, nicht nur aufs Grundspiel.

Carcassonne ist und bleibt ein schönes, locker-leichtes und dabei zugleich taktisches Legespiel mit einem gewissen Glücks- bzw. Zufallsfaktor beim Plättchenziehen.

Die jeweiligen Erweiterungen passen mal mehr, mal weniger ins Konzept, bringen jedoch immer neue Aspekte und Möglichkeiten ins Spiel. Schön ist es natürlich, die Wahl zu haben und je nach Lust und Laune beispielsweise dann eben mit höherer oder niedrigerer Interaktion untereinander zu spielen. Der Möglichkeiten gibt es viele.

Das Preis-/Leistungsverhältnis fürs Grundspiel und die jeweiligen Erweiterungen ist einfach unschlagbar.

Celtica
Man kann kaum glauben, daß dies ein Spiel des Erfolgs-Duos Kramer & Kiesling ist. Ein im höchsten Maße triviales Lauf- und Sammelspiel, auf das die Spieler so gut wie überhaupt keinen Einfluss haben. Schade, ich hätte es, schon allein wegen der wunderschönen Grafiken, gerne gemocht.
Champions 2020
Champions 2020 bildet der Deutschen liebste Sportart, König Fußball, hervorragend in einem Brettspiel ab.

Sämtliche Aspekte des Fußballs wie beispielsweise Eckball, Einwurf, Ab- & Anstoss, Freistoss, Elfmeter, Tackling, Foulspiel, Abseits, Ein- & Auswechslung, Warmlaufen, Verlängerung, Turnierregeln, Torschuss, Ballstafette, Anschneiden des Balls, usw. sollten von den Spielern im Idealfall optimal beherrscht und auch genutzt werden, um die jeweilige Mannschaft zum Sieg zu führen.

Dabei ist das mehrsprachige Regelwerk, trotz all dieser Möglichkeiten, angenehm kurz gehalten und gut geschrieben. Nichtsdestotrotz sind manche Abschnitte nicht auf Anhieb verständlich, so daß einige Passagen mehrmals gelesen werden müssen.

Das Spielmaterial ist als absolut hochwertig zu bezeichnen. Das Spielfeld ist schön groß und enthält neben der Reservebank und der Spielzeitanzeige sogar eine ansprechende Bandenwerbung. Sämtliche Spieler aller vier Teams (Argentinien, Brasilien, Deutschland, Niederlande) wurden individuell gezeichnet, wobei alle Spielerplättchen aus dicker, stabiler Pappe bestehen. Die drei mitgelieferten Würfel (W3, W4, W6) werden situationsabhängig (Torschuss, Bewegung, Abfangen, usw.) benutzt, wodurch natürlich je nach Würfel andere Wahrscheinlichkeiten bestehen. Besonders diesen Mechanismus finde ich genial umgesetzt.

Die Spielzeit geht für das Gebotene absolut in Ordnung, selten dauert eine Partie über eine Stunde. Dadurch können gleich noch weitere Partien folgen.

Ich gebe dem Spiel volle sechs Sterne und kann es somit wärmstens empfehlen.

Der Pate
Gutes Spiel mit schönem Material und sehr gut verfasster Regel. Der Würfeleinsetzmechanismus ist gar nicht so sehr glückslastig wie man anfangs denkt. Es ist einfach sehr wichtig, taktisch zu spielen, um aus seinen wenigen Möglichkeiten das Optimum herauszuholen. Wer strategisch an das Spiel herangeht, wird es mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit verlieren.

Dem Spiel an sich würde ich vier Sterne geben, da aber ansonsten das verwendete Thema in Gänze hervorragend umgesetzt wurde, vergebe ich als großer "Der Pate"-Fan deren fünf. Abschließend bleibt noch anzumerken, daß auch die Spieldauer für das Gebotene in Ordnung geht.

Dungeon Lords
Dungeon Lords ist optisch wie spielerisch ein wahrer Hochgenuss. Auch thematisch wurde das Spiel hervorragend umgesetzt - Dungeon Keeper (PC-Spiel von Peter Molyneux) läßt hier grüßen.

Die Spielmaterialien sind überaus hochwertig und wunderschön gestaltet. Besondere Erwähnung muss auch die absolut genial verfasste Spielregel finden, bei der bereits das Regelstudium eine wahre Freude ist! Selten eine so humorvolle und zugleich sehr gut strukturierte, richtig gut verfasste Regel gelesen.

Die Spieldauer geht für das Gebotene vollkommen in Ordnung, da zahlreiche Strategien ihrer Entdeckung harren. Zu keiner Zeit fühlt man sich von anderen Sachen abgelenkt, sondern befindet sich immer mitten im Spiel - auch und gerade während der Züge der Mitspieler, da man gedanklich natürlich gerade seinen nächsten Züge zur Verteidigung des heimischen Dungeons plant.

Wenn man der Thematik auch nur annähernd etwas abgewinnen kann, ist ein Kauf oder zumindest ein erstes Anspielen Pflicht. Insgeheim wollten wir alle doch schon mal den edlen Recken beim unerlaubten Eindringen in fremde Verliese ordentlich eins mitgeben...

Hawaii
Hawaii besteht aus sehr hochwertigem Spielmaterial, ist thematisch hervorragend aufbereitet und besitzt deshalb einen recht hohen Aufforderungscharakter. Die Mechanismen greifen schlüssig ineinander, die Spielzeit ist für das Gebotene angenehm kurz. Dabei skaliert es bei jeder Spielerzahl sehr gut.

Spielt man zu zweit, wird das Spiel strategischer, da alle Ressourcen im Überfluss vorhanden sind. Dies ändert sich jedoch schon ab dem dritten Spieler und verschärft sich mit jedem weiteren. Durch die in diesen Konstellationen vorherrschende Ressourcenknappheit wird das Spiel ungleich taktischer wie auch fordernder, da mit deutlich härteren Bandagen gekämpft wird.

Runewars
Kampf um Terrinoth
Wow! Selten ein thematisch so stimmiges Fantasy-Epos mit solch zahlreichen zur Verfügung stehenden Möglichkeiten gespielt! Der komplette Fantasy-Hintergrund wurde von vorne bis hinten wunderbar umgesetzt.

Das Spielmaterial ist, typisch FFG, zahlreich vorhanden und dabei überaus hochwertig; die verwendeten Illustrationen ein wahrer Augenschmaus. Das vierzigseitige Regelwerk ist gut strukturiert und wurde auch mit ausführlichen Beispielen versehen. Trotzdem hätte es in manchen Abschnitten noch etwas detaillierter sein können, da uns die Kämpfe anfangs etwas Probleme bereiteten. Wenn man sich aber durchgefuchst und das Prinzip der Kampfreihen verstanden hat, tut sich dem Spieler ein richtig gutes Kampfsystem auf, das hervorragend umgesetzt wurde und ins Konzept passt.

Besonders gut gefällt mir, daß ein solches Fantasy-Epos wie Runewars auch mit bis zu drei weiteren Mitspielern spielbar ist und daß es dabei in jeder Besetzung, auch und gerade zu zweit, sehr gut funktioniert. Dies ist in dieser Kategorie ja bekanntlich nicht immer der Fall.

Wer also Fantasy-Liebhaber mit Hang zu strategischen Taktikspielen in einer stimmig umgesetzten Welt ist, kann bedenklos zugreifen, um dann in Bälde die wirklich vielfältigen Möglichkeiten von Runewars zu erkunden.

Russian Railroads
Rechnet man den derzeit recht heftigen Hype um das Spiel heraus,
bleibt ein schönes und gutes Arbeitereinsetzspiel - nicht mehr, aber beileibe auch nicht weniger. Es war halt alles schon einmal da, genauso oder so ähnlich. Mir persönlich fehlt es da an neuen Impulsen. Freilich muss das Rad nicht neu erfunden werden, nur finde ich die Gesamtkomposition zu glattgebügelt. Auch finde ich das Spiel von den möglichen Strategien her fast schon etwas zu beliebig. Es spielt einfach jeder sein Ding und am Ende wird dann verglichen, wessen Ansatz erfolgreicher war.

Das klingt jetzt vielleicht negativer als es tatsächlich ist. Nur bekommt
Russian Railroads von mir aus den oben genannten Gründen nicht die volle Punktzahl. Dass es noch fünf Sterne geworden sind, liegt zum einen an der Gesamterscheinung des Spiels - denn da hat der Verlag wie immer hervorragende Arbeit abgeliefert. Zum andern ist es ja, wie eingangs erwähnt, ein schönes und gutes Arbeitereinsetzspiel. Aber genau solche gibt es eben schon zuhauf.

Beim DSP 2014 wird Russian Railroads aufgrund des Hypes trotzdem auf einem der vorderen Plätze landen.

Scotland Yard
Das Spiel des Jahres 1983 haut heute sicher niemanden mehr vom Hocker. Dennoch hat es nach wie vor seine Daseinsberechtigung, da es trotzdem, je nach Spielrunde, immer mal wieder auf den Tisch kommt und dann auch richtig Spaß macht.
Spiel des Lebens
Das Spiel des Lebens hat seinen Zenit mittlerweile längst überschritten. In ausgewählten Runden (ob der guten alten Zeit wegen oder weil Wenigspieler dabei) kann es aber trotz allem immer mal wieder reaktiviert werden.
Quest
Ich gehöre wahrscheinlich ganz einfach nicht zur Zielgruppe des Spiels, denn ich kann mit dem Stilmix recht wenig anfangen. Dadurch, daß man bei dem Spiel versuchte, es irgendwie allen recht zu machen, bleibt für niemanden so richtig viel übrig.

Zudem fühlt man sich aufgrund des beabsichtigten Ansatzes in ein sehr starres Korsett gezwängt, das den Spielern keinerlei freie Wahl läßt. Der Spielleiter leitet das Spiel deswegen auch nicht, sondern klappert einfach Abschnitt für Abschnitt ab, bis die Helden dann irgendwann endlich an der gewünschten Position innerhalb des Plots angekommen sind. Das ist mir in der Rolle des edlen Recken zu wenig und als Spielleiter finde ich die Abläufe ermüdend und öde.

Außerdem sind mir die Abenteuer bzw. die atmosphärischen Texte für ein Fantasy-Spiel nicht episch, nicht hochtrabend genug.

Die bisher so zahlreich erschienenen Erweiterungen und Abenteuerbücher lassen jedoch auf ein breiteres Publikum schließen. Es muss also zwangsläufig genügend Spieler geben, denen dieser Hybrid gefällt. Ich gehöre nicht unbedingt dazu.